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Aktivismus Recht

Sexualstrafverfahren in Österreich: Warum sie aus feministischer Sicht oft nicht opferfreundlich sind

Ein Beitrag von Valerie.

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Wenn Betroffene sexualisierter Gewalt sich dazu entschließen, den Weg über ein Strafverfahren zu gehen, stehen sie häufig vor einem System, das mehr Hürden als Hilfe bietet. Aus feministischer Perspektive stellt sich die Frage, ob das Strafrecht in seiner derzeitigen Ausgestaltung überhaupt ein geeigneter Ort ist, um mit der Realität sexualisierter Gewalt umzugehen – oder ob es nicht vielmehr Strukturen aufrechterhält, die Betroffene erneut marginalisieren.

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Wissenschaft

Biopolitik als Effekt von Nekropolitik: Normierung und soziale Zurichtungen von Körpern

Tagungsbericht von Lou Plaisir und Katha Treubrodt

Bei der Tagung „Materialistisch-(queer)feministische Perspektiven auf Gewalt” wurde sich multiperspektivisch mit gesellschaftlichen wie auch individuelle Auswirkungen von Gewalt auseinandergesetzt. Wie Bio- und Nekropolitik zusammenwirken ist Schwerpunkt dieses zweiten Teil des Tagungsberichts von Katha Treubrodt und Lou Plaisir.

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Wissenschaft

Materialistisch-(queer)feministische Perspektiven auf Gewalt

Tagungsbericht von Lou Plaisir und Katha Treubrodt

Vom 05. bis 07.12.2024 fand die Tagung „Materialistisch-(queer)feministische Perspektiven auf Gewalt” im Künstler*innenhaus Büchsenhausen statt, veranstaltet vom Center Interdisziplinäre Geschlechterforschung Innsbruck der Universität Innsbruck, in Kooperation mit dem Arbeitsbereich Gender und Diversity des Otto-Suhr-Instituts für Politikwissenschaft der Freien Universität Berlin. Organisiert wurde die Tagung von Friederike Beier, Gundula Ludwig und Laura Volgger. Dabei reiht sich die Tagung ein in jene Arbeiten, die materialistische und (queer)feministische Theorieansätze in Dialog miteinander bringen, um Gesellschaftstheorie aus intersektionaler Perspektive weiterzuentwickeln. Den Rahmen hierfür bietet ein Verständnis von Kapitalismus als mehrdimensionales, gestaltendes und alles prägendes Gesellschaftsverhältnis, welches auch diesem Bericht zugrunde liegt.

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Aktivismus Wissenschaft

Breathe Free – Ein einzigartiges Projekt zur Unterstützung von Frauen in gewaltvollen (Kontroll-)Beziehungen

Beitrag von Helen Schindler

Dieser Artikel beruht auf einem Interview mit Molly Deakin und Helen Woods. Molly ist Projektkoordinatorin von „Breathe Free“ bei Women’s Health Matters in Leeds in Großbritannien. Helen ist Senior Lecturer für Soziale Arbeit an der Universität Nottingham und hat das Projekt seit seiner Gründung vor drei Jahren wissenschaftlich begleitet und evaluiert.

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Wissenschaft

Häusliche Gewalt am Arbeitsplatz: Alltag einer 24h-Betreuung?

Gastbeitrag von Magdalena Kandler

© Pexels.com

Die Diskussion rund um geschlechterbasierte Gewalt ist den meisten Menschen durchaus ein Begriff. Bei weiterer Betrachtung können dabei sowohl häusliche Gewalt als auch Gewalt am Arbeitsplatz als übergeordnete Themenbereiche, wie und wo Gewalt stattfinden kann, zur Diskussion hinzugezogen werden. Individuell betrachtet sind beide Konstrukte für viele Frauen* privater und/oder beruflicher1 Alltag. Aber was, wenn diese beiden übergeordneten Formen von Gewalt in den unterschiedlichsten Ausprägungen und in gebündelter Form auf eine Personengruppe einwirken? Dann kann es sein, dass wir uns im Alltag einer 24-Stunden-Betreuungskraft im Dienst wiederfinden und mit genau dieser Frage durfte ich mich im Rahmen meiner Masterarbeit beschäftigen.

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Aktivismus Tirol

#etwasläuftfalsch – eine Kampagne in Tirol gegen Gewalt an Frauen*

Gastbeitrag von Elisabeth Grabner-Niel

©etwaslaeuftfalsch

„etwas läuft falsch“ – „etwas läuft falsch“ – „etwas läuft falsch“ – „etwas läuft falsch“ – „etwas läuft falsch“… oder was denkt ihr, wenn ihr folgende Zahlen hört: „Laut Jahresbericht 2021 des Gewaltschutzzentrums Tirol gab es 1.086 polizeiliche Meldungen und es wurden 996 Betretungsverbote verhängt. 1.559 Personen, davon 1.206 Frauen (83,1%) und 263 Männer (16,9%) wurden im Jahr 2021 als Opfer häuslicher Gewalt oder von Stalking vom Gewaltschutzzentrum beraten und unterstützt. Jedoch wird die Dunkelziffer auf das Zehnfache geschätzt, da Betroffene sich nur in etwa einem von zehn Fällen an eine Beratungsstelle oder die Polizei wenden.“1 Femizide bilden nur die Spitze des Eisbergs ab. Mit Stand 17.10.2022 geben die Autonomen Österreichischen Frauenhäuser 28 Femizide an.2 Die Formen von Gewalt an Frauen* und Mädchen* sind sehr unterschiedlich: Sie reichen von physischer über psychische, sexualisierte und ökonomische, bis hin zu struktureller Gewalt.

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Wissenschaft

Novella Benedetti über forensische Linguistik und die Sprache bei Gewalt gegen Frauen*

Interview von Magdalena Lohfeyer mit Novella Benedetti

© Pixabay

Novella Bendetti ist seit 01. März als Visiting Scholar am CGI und der Universität Innsbruck zu Gast. Wir haben mit ihr über ihre Forschung im Bereich der forensischen Linguistik und der Sprache bei Gewalt gegen Frauen* gesprochen.

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Wissenschaft

Denise Bergold-Caldwell über Intersektionalität und Schwarzen Feminismus in globalen Krisenzeiten

Interview von Julia Brader mit Denise Bergold-Caldwell

ein Kugelschreiber liegt auf einem Notizblock. das gesamte Bild und der Untergrund sind unscharf und schimmern in rot-orangenem Licht.
© Pexels.com

Denise Bergold-Caldwell ist seit 01. April 2022 Universitätsassistentin am CGI der Universität Innsbruck. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen unter anderem in den Bereichen Schwarze feministische, de-, post- und antikoloniale Theorien und ihrer kritischen Verwendung in der Gesellschaftslehre. Wir haben sie getroffen und sie zu ihrer aktuellen Arbeit am CGI befragt.

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Alltag

Sexualisierte Gewalt und Missbrauch in den Medien

Text von Julia Brader (auf der Basis der eigenen Bachelorarbeit)

Auf einer grauen, grob verputzten Wand hängt mittig der Schriftzug „#MeToo“. Die Buchstaben und das Hashtag-Symbol sind in den Farben schwarz, orange, weiß, rot und dunkelblau gehalten und aus Zeitungen bzw. Zeitschriften ausgeschnitten, sodass die einzelnen Papier-Schnipsel den genannten Schriftzug ergeben.
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Triggerwarnung: Im folgenden Beitrag, der belastend und retraumatisierend sein kann, geht es um sexualisierte Gewalt.

Die unter dem Hashtag #metoo bekannt gewordene Debatte über sexuelle Belästigung und Missbrauch sorgte weltweit und auch in der Tiroler Presse für Schlagzeilen. Anfänglich als „echte Revolution“1 gelobt, wurde der Aufschrei von Frauen2 aus aller Welt in der Tiroler Medienberichterstattung bald als „Kampagne der Denunziation“3 gegen die Männer abgetan. Die #metoo-Debatte ist dabei nur ein Beispiel von vielen, das Aufschluss darüber gibt, wie in der (medialen) Öffentlichkeit über (sexualisierte) Gewalt gegen Frauen gesprochen wird.

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Wissenschaft

Interview: Gewaltforschung zu häuslicher Gewalt und COVID-19

Interview von Iris Christina Erlacher mit Heidi Siller

© pexels.com

Iris Christina Erlacher und Heidi Siller sind Mitglieder der Forschungsgruppe Interpersonelle Gewalt und Geschlecht des Centers Interdisziplinäre Geschlechterforschung Innsbruck (CGI)