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Wissenschaft

Vorstellung der Forschungsgruppe „Care“

Gastbeitrag von Denise Bergold-Caldwell und Bernhard Weicht

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Zum Ende des Semesters hin freuen wir uns euch eine weitere spannende Forschungsgruppe (FG) des Center für Interdisziplinäre Geschlechterforschung Innsbruck vorzustellen: die FG „Care: Relations, Rights & Policies“. Zwei Mitglieder der Forschungsgruppe, Denise Bergold-Caldwell und Bernhard Weicht, erzählen im folgenden Beitrag von ihrer Arbeit und welche Bedeutung diese für den Alltag der Menschen (in Tirol) hat.

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Wissenschaft

Vorstellung der Forschungsgruppe „Language and Gender“

Gastbeitrag von Claudia Posch und Karoline Irschara

Das neue Jahr beginnt wieder einmal mit dem sprichwörtlichen weißen Mann, der gegen das sogenannte Gendern medial ausreitet. Diesmal ist es ein grüner Ministerpräsident in Deutschland, der jene talking points zu Sprache, die normalerweise von den (extremen) Rechten kommen, wiedergibt. Doch was hat es mit diesem wiederkehrenden Ablehnen geschlechtergerechter Formulierungsmöglichkeiten auf sich? Gibt es überhaupt eine Verbindung von sprachlichen Formen und Geschlecht(lichkeit)? Wie lässt sich der Zusammenhang von Sprache und Gender überhaupt erforschen? Sind nicht-männliche Menschen überhaupt in der Sprache repräsentiert und wenn ja, wie?

Die Forschungsgruppe Language and Gender am CGI beschäftigt sich mit diesen Fragen im Rahmen des Forschungsgebiets der Feministischen Linguistik. Die aktuelle Forschung innerhalb der Feministischen Linguistik ist ein diverses und komplexes Forschungs- und Betätigungsfeld und wir möchten in diesem Blogbeitrag einige Bereiche daraus kurz vorstellen.

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Wissenschaft

‚Tools-for-Thinking‘ – Postkoloniale Theorien und Dekoloniale Perspektiven

Gastbeitrag von Sandra Altenberger

© Sandra Altenberger

“We define postcolonial theories as tools-for-thinking rather than theories-of-truth.”1

Gegenwärtig scheint sich in Bezug auf postkoloniale Theorien und Dekolonisierungsansprüchen (Dekolonisierung z.B. von -Curricula oder von ganzen Disziplinen) eine Ambivalenz zwischen vermehrter (populärer) Sichtbarkeit und institutioneller, struktureller Unsichtbarkeit abzuzeichnen. Einerseits lässt sich ein steigender Anspruch auf Dekolonisierung im deutschsprachigen akademischen Raum beobachten, andererseits aber bleibt eine tiefgreifende Auseinandersetzung mit und eine umfassendere Integration von postkolonialen Theorien  in bspw. Curricula aus. Dazu betont Encarnación Gutiérrez Rodríguez, dass die Kritik postkolonialer Theoretiker*innen wie Ch. T. Mohantys oder G. Ch. Spivaks am ‚Postkolonialismus-Hype‘ auf einen wichtigen Aspekt hinweist: dass ‚Postkolonialismus‘ zur multikulturellen Aufmachung im neoliberalen Supermarkt der Diversität zu werden drohe.2 Anhand klassischer W-Fragen soll in diesem Beitrag die Notwendigkeit einer tiefgreifenden Auseinandersetzung mit post- und dekolonialen Perspektiven für die Geschlechterforschung bzw. queer-feministische Forschung umrissen werden.

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Aktivismus

Reproduktive Gerechtigkeit als demokratische Politik. Oder: Warum Angriffe auf Abtreibung immer auch Angriffe auf Demokratie sind.

Statement von Gundula Ludwig und Levke Harders

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Am Samstag, den 14.01.2023, findet der Pro-Choice-Aktionstag – für sicheren, kostenlosen Zugang zum Schwangerschaftsabbruch für Alle* – in Innsbruck statt. Zu diesem Anlass haben die Universitäts-Professor*innen Gundula Ludwig und Levke Harders vom Center für Interdisziplinäre Geschlechterforschung ein Statement verfasst, das unter anderem hier auf dem FUQS-Blog veröffentlicht wird.

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Wissenschaft

Diskriminierung in Onlinekommunikationsräumen: ein (rechtlicher) Überblick

Gastbeitrag von Felicitas Rachinger

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Wir freuen uns euch im neuen Jahr mit einem Gastbeitrag von Felicitas Rachinger willkommen (zurück) zu heißen:

Onlinekommunikationsräume spielen eine immer wichtigere Rolle für Vernetzung und Meinungsaustausch, Aktivismus und gesellschaftliches Engagement. Das gilt nicht nur, aber in besonderem Maß auch für marginalisierte Personen(-gruppen). Gleichzeitig findet aber auch in digitalen Räumen Diskriminierung statt: Exklusionsmechanismen werden in den digitalen Raum übertragen und teilweise sogar verstärkt. In meiner Dissertation widme ich mich der rechtlichen Ebene dieser Problematik.

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Alltag

Gedanken zu den Weihnachtsfeiertagen – wieso es nicht nur die wunderbarste Zeit des Jahres ist

Kommentar von Clara Sophie Bitter und Stefanie Hofer

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Weihnachten steht direkt vor der Tür und anlässlich der Feiertage haben sich Stefanie und Clara aus unserem Redaktionsteam über die Herausforderungen unterhalten, die die Weihnachtszeit mit sich bringen kann. Auf Grundlage dieses Gesprächs ist der folgende Beitrag entstanden. 

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Wissenschaft

Häusliche Gewalt am Arbeitsplatz: Alltag einer 24h-Betreuung?

Gastbeitrag von Magdalena Kandler

© Pexels.com

Die Diskussion rund um geschlechterbasierte Gewalt ist den meisten Menschen durchaus ein Begriff. Bei weiterer Betrachtung können dabei sowohl häusliche Gewalt als auch Gewalt am Arbeitsplatz als übergeordnete Themenbereiche, wie und wo Gewalt stattfinden kann, zur Diskussion hinzugezogen werden. Individuell betrachtet sind beide Konstrukte für viele Frauen* privater und/oder beruflicher1 Alltag. Aber was, wenn diese beiden übergeordneten Formen von Gewalt in den unterschiedlichsten Ausprägungen und in gebündelter Form auf eine Personengruppe einwirken? Dann kann es sein, dass wir uns im Alltag einer 24-Stunden-Betreuungskraft im Dienst wiederfinden und mit genau dieser Frage durfte ich mich im Rahmen meiner Masterarbeit beschäftigen.

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Wissenschaft

Talking Gender! Warum Geschlechterforschung Wissenschaftskommunikation braucht – und umgekehrt.

Gastbeitrag von Levke Harders

© Andrea Woyke

„Universität ist nicht immer einfach – schon gar nicht ihre Geschichte. Hier an der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck ist es uns deshalb wichtig, nicht hinzunehmen, was scheinbar schon immer da war, sondern uns zu fragen, welche Rollen unsere Universität in ihrer über 350-jährigen Geschichte schon eingenommen hat. […] Wie verhielt sich die Universität Innsbruck gegenüber Menschen, die diskriminiert wurden – und wie begegnen wir dem heute?“1

Kritische Universitätsgeschichte von Studierenden, für alle

So beginnt der Informationstext des Blogs Div:Inn. Diversity History an der Universität Innsbruck, der im Sommer 2022 in drei Seminaren des Masterstudiengangs Gender, Kultur und Sozialer Wandel entstanden ist. In den Lehrveranstaltungen ging es um Theorien und Geschichte der Geschlechterverhältnisse, hier am Beispiel der Wissenschaften als einem durch soziale Ungleichheiten geprägten System. Die theoretische Lektüre am Semesterbeginn haben Studierende in einem zweiten Schritt in historische Forschungsprojekte einfließen lassen, die nicht als Seminararbeit, sondern als Blogposts präsentiert wurden. Das erfordert Mut zur These, einen weniger akademischen Schreibstil, die Suche nach geeigneten Abbildungen und die Bereitschaft, als studierende, als forschende Person sichtbar zu werden, sich als Wissenschaftler*in (namentlich) an öffentlichen Debatten zu beteiligen.

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Alltag

Antikapitalistische Gedanken zum „Fest der Liebe“

Beitrag von Magdalena Lohfeyer

Photo by Dzenina Lukac on Pexels.com

Aufwendige Lichtinstallationen, Glühweinstände und prächtig dekorierte Schaufenster erinnern uns jedes Jahr daran, dass Weihnachten vor der Tür steht. Wird es sich in Zeiten von zunehmenden Krisen – Klimakrise, Energiekrise, Inflationskrise – anders anfühlen? Ein Spaziergang durch die Innsbrucker Altstadt lässt von Krisen nichts vermuten. Der Swarovski-Weihnachtsbaum am Marktplatz und die Lichter-Dekoration in den Straßen der Stadt leuchten so hell wie immer, während sich die Geschäfte auf den Ansturm der nächsten Wochen vorbereiten. Wie die Jahre zuvor komme ich nicht umher von dem Trubel der Weihnachtszeit fasziniert zu sein. Dieses Jahr habe ich dieser Faszination einen Text gewidmet und mit Menschen aus Innsbruck über Weihnachten, Konsum und Alternativen gesprochen.

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Aktivismus Tirol

#etwasläuftfalsch – eine Kampagne in Tirol gegen Gewalt an Frauen*

Gastbeitrag von Elisabeth Grabner-Niel

©etwaslaeuftfalsch

„etwas läuft falsch“ – „etwas läuft falsch“ – „etwas läuft falsch“ – „etwas läuft falsch“ – „etwas läuft falsch“… oder was denkt ihr, wenn ihr folgende Zahlen hört: „Laut Jahresbericht 2021 des Gewaltschutzzentrums Tirol gab es 1.086 polizeiliche Meldungen und es wurden 996 Betretungsverbote verhängt. 1.559 Personen, davon 1.206 Frauen (83,1%) und 263 Männer (16,9%) wurden im Jahr 2021 als Opfer häuslicher Gewalt oder von Stalking vom Gewaltschutzzentrum beraten und unterstützt. Jedoch wird die Dunkelziffer auf das Zehnfache geschätzt, da Betroffene sich nur in etwa einem von zehn Fällen an eine Beratungsstelle oder die Polizei wenden.“1 Femizide bilden nur die Spitze des Eisbergs ab. Mit Stand 17.10.2022 geben die Autonomen Österreichischen Frauenhäuser 28 Femizide an.2 Die Formen von Gewalt an Frauen* und Mädchen* sind sehr unterschiedlich: Sie reichen von physischer über psychische, sexualisierte und ökonomische, bis hin zu struktureller Gewalt.