Tagungsbericht von Lou Plaisir und Katha Treubrodt
Bei der Tagung „Materialistisch-(queer)feministische Perspektiven auf Gewalt” wurde sich multiperspektivisch mit gesellschaftlichen wie auch individuelle Auswirkungen von Gewalt auseinandergesetzt. Wie Bio- und Nekropolitik zusammenwirken ist Schwerpunkt dieses zweiten Teil des Tagungsberichts von Katha Treubrodt und Lou Plaisir.
Tagungsbericht von Lou Plaisir und Katha Treubrodt
Vom 05. bis 07.12.2024 fand die Tagung „Materialistisch-(queer)feministische Perspektiven auf Gewalt” im Künstler*innenhaus Büchsenhausen statt, veranstaltet vom Center Interdisziplinäre Geschlechterforschung Innsbruck der Universität Innsbruck, in Kooperation mit dem Arbeitsbereich Gender und Diversity des Otto-Suhr-Instituts für Politikwissenschaft der Freien Universität Berlin. Organisiert wurde die Tagung von Friederike Beier, Gundula Ludwig und Laura Volgger. Dabei reiht sich die Tagung ein in jene Arbeiten, die materialistische und (queer)feministische Theorieansätze in Dialog miteinander bringen, um Gesellschaftstheorie aus intersektionaler Perspektive weiterzuentwickeln. Den Rahmen hierfür bietet ein Verständnis von Kapitalismus als mehrdimensionales, gestaltendes und alles prägendes Gesellschaftsverhältnis, welches auch diesem Bericht zugrunde liegt.
Soziale Arbeit ist nicht nur eine Frage lebensweltlicher Unterstützung – sie ist ein wesentlicher Bestandteil gesellschaftlicher Transformation und Aushandlungsprozesse. Umso wichtiger ist es, dass Organisationen und Projekte auf internationaler Ebene vernetzt sind, um voneinander zu lernen und innovative Ansätze zur Bekämpfung von Ungerechtigkeiten zu teilen. Das „Breathe Free“-Projekt in Leeds zeigt eindrucksvoll, wie wichtig internationale Zusammenarbeit und Austausch sind, um systemische Probleme wie geschlechtsspezifische Gewalt nachhaltig zu bekämpfen.
Dieser Artikel beruht auf einem Interview mit Olivia Wörndl im Oktober 2024 in Innsbruck. Sie ist (Mit-)Gründerin und Leiterin des Büros für Gleichbehandlung und Chancengleichheit und hat den Bereich Gender & Diversity beim Roten Kreuz Innsbruck (RKI) wesentlich mit aufgebaut.
Dieser Artikel beruht auf einem Interview mit Molly Deakin und Helen Woods. Molly ist Projektkoordinatorin von „Breathe Free“ bei Women’s Health Matters in Leeds in Großbritannien. Helen ist Senior Lecturer für Soziale Arbeit an der Universität Nottingham und hat das Projekt seit seiner Gründung vor drei Jahren wissenschaftlich begleitet und evaluiert.
Wie hängen Staat, Neoliberalismus und Geschlecht und Sexualität zusammen? Auf den ersten Blick komplett unterschiedliche Themenfelder haben auf den zweiten Blick ziemlich viele Berührungspunkte. Diesen Monat geben wir einen kleinen Einblick in das Thema, wie neoliberale Praktiken im Staat Einfluss auf Vergeschlechtlichung haben.
Unter der Leitung des Centers Interdisziplinäre Geschlechterforschung an der Universität Innsbruck wird aktuell eine qualitative Studie zu sexualisierter Gewalt im Raum Südtirol durchgeführt. Dabei werden neben den Entstehungsbedingungen auch die Praktiken des Verschweigens von sexualisierter Gewalt wissenschaftlich aufgearbeitet. Diesen Monat geht Projektmitarbeiterin Laura Volgger in ihrem Beitrag auf den theoretischen Hintergrund bzw. die Definition des Begriffs Arbeit in Zusammenhang mit Gewalterfahrungen ein und erweitert damit seine oft kapitalistisch konnnotierte Auslegung.